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  Wien ist Vorreiter im Bereich der Passivhaus-Sanierungsförderung 2009-02-24
 

PRESSEINFORMATION

Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig
Ing. Günter Lang, IG Passivhaus Österreich
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Feist, Baufakultät Innsbruck


Wien ist Vorreiter im Bereich der Passivhaus-Sanierungsförderung
 

Durch die neue Sanierungsverordnung, die heuer Mitte Januar in Kraft trat, setzt Wien einen weiteren Meilenstein für qualitätsvolle, eng an Energieeinsparungseffekte gekoppelte, Sanierungsförderungen. Die zur Verfügung gestellten, beträchtlichen Fördermittel forcieren neben thermisch-energetischen auch Passivhaussanierungen. Aber auch auf dem Sektor des Neubaus geht Wien im geförderten, mehrgeschossigen Wohnbau mit zahlreichen neuen Passivhausprojekten voraus.


„Wien bietet österreichweit die besten Fördersätze für Sanierungen, auch für jene auf Passivhausstandard. Damit wollen wir Passivhaussanierungen, die nicht nur Klima- und Umwelt, sondern vor allem auch den Mieterinnen und Mietern durch bis zu um 90 Prozent verringerte Heizkosten zugute kommt, forcieren“, unterstrich Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. Mit der neuen Sanierungsverordnung habe Wien einen entscheidenden Anreiz für HauseigentümerInnen gesetzt, ihre Immobilie auf Passivhausstandard erneuern zu lassen. „Diese Sanierungsart bringt natürlich Eingriffe in das Haus, wie etwa den Einbau von Be- und Entlüftungsschächten in den Wohnungen, mit sich. Durch die beträchtlichen Förderungen der Stadt Wien werden die Mehrkosten für eine Passivhaussanierung aber zu einem sehr hohen Anteil abgedeckt. Die Vorteile für die Mieterinnen und Mieter überwiegen ganz klar. Neben extrem niedrigen Energiekosten profitieren sie von den hohen Qualitätsstandards und sozialen Auflagen, die mit jeder geförderten Sanierung in Wien verbunden sind, betonte Ludwig.

Um weitere Erfahrungswerte – speziell im Bereich städtischer Wohnhausanlagen – über die Passivhaussanierung zu gewinnen, hat Ludwig ein Pilotprojekt beauftragt: „In der Liesinger Breitenfurter Straße 242 wird Wiener Wohnen ein kleineres Wohngebäude aus dem Jahr 1923 auf Passivhausstandard sanieren. Zusätzlich soll dort auch die Wärmerückgewinnung aus Abwasser erfolgen und Solarenergie zum Einsatz kommen. Ein grobes Sanierungskonzept für das Projekt, das evaluiert und als Modell für weitere Sanierungen dienen wird, wird noch heuer fertig gestellt. Das voraussichtliche Bauvolumen dafür wird 1,5 Mio. Euro betragen.“

 

Topfördersätze für Sanierungen auf Passivhausstandard

 

Durch die Kopplung der Förderhöhe an das Ausmaß der Reduktion des Energiebedarfs nach einer Sanierung, unterstützt die Stadt Wien durchgreifende Revitalsierungen ganz besonders. Das Stufenmodell der Sanierungsverordnung ist so gestaltet, dass Revitalisierungen auf Passivhausstandard die höchsten Fördersätze – 650 Euro/m2 – erhalten können. Passivhaussanierungen werden somit entscheidend erleichtert, da die Förderungen einen Großteil der Mehrkosten, die durch diese umfassende Sanierungsart entstehen, abdecken. Im Durchschnitt betragen – auf die Dauer des Förderzeitraums von zehn oder 15 Jahren – die Mehrkosten nur noch 3 Euro/m2. Demgegenüber stehen jedoch Einsparungen des Heizwärmebedarfs von ca. 90 %, von denen die MieterInnen – auch langfristig – enorm profitieren.

 

16 Passivhausprojekte mit rund 1.800 Wohnungen

Im Bereich des Passivhaus-Neubaus weist Wien mit mehr als 880 fertig gestellten Wohneinheiten in Passivhausstandard schon jetzt weltweit die höchste Dichte an mehrgeschossigen Passivhaus-Bauten auf. Durch die Neubauverordnung 2007 und zusätzliche Förderungen für Passivhäuser setzt Wien verstärkt auf diese ökologisch sinnvolle Bauweise. So befinden sich zurzeit weitere 16 Passivhausprojekte mit rund 1.800 Wohnungen in Bau oder in Planung. Die Gesamtbaukosten dafür machen rund 232 Millionen Euro aus, die Stadt fördert die Projekte mit rund 83 Mio. Euro.

Ludwig: „Wir bauen damit nicht nur unsere führende Rolle auf dem Passivhaussektor weiter aus, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zum engagierten Klimaschutzprogramm der Stadt Wien.“

 

Spannende neue Passivhausprojekte gibt es auch im dicht bebauten, innerstädtischen Gebiet. So etwa das Studentenheim des Bauträgers ÖSW in Wien-Neubau (Architektenteam: Atelier 4-Architekt), in der Kandlgasse 30, das 105 Heimplätze bieten wird. Die Stadt Wien fördert das Projekt, dessen Gesamtbaukosten 6,5 Mio. Euro ausmachen, mit rund 2,1 Mio. Euro. Fertigstellung ist für August 2009 geplant.

 

Kürzlich als Sieger aus einem Bauträgerwettbewerb hervorgegangen, ist ein innovatives Projekt, das die GPA (Wohnbauvereinigung für Privatangestellte) mit dem Architektenteam Albert Wimmer ZT-GmbH in der Favoritner Pernerstorfergasse 83 realisieren wird. So wird das Passivhaus auf Stelzen mit einem Heizwärmebedarf von nur 5,11 kWh/m2a innovative Bebauungsstrukturen und ein außergewöhnliches Freiraumangebot bieten. Die Stadt Wien unterstützt das Projekt (Gesamtbaukosten: rund 16 Mio. Euro) mit Fördermitteln im Ausmaß von 6 Mio. Euro. Der Spatenstich für das Passivhaus mit 108 Wohnungen wird voraussichtlich im Winter 2009 erfolgen.

 

Das Passivhaus hat sich etabliert

 

Mit Ende 2008 wurden in Österreich 4.150 Passivhaus Objekte fertig gestellt, in denen rund 25.000 Österreicher wohnen, arbeiten oder zur Schule gehen.

 

Insgesamt handelt es sich mittlerweile um eine Nutzfläche von rund 2,3 Millionen Quadratmeter in Passivhausstandard, in denen die Nutzer bzw. Bewohner den Komfort im Passivhaus genießen können. Diese sparen vergleichsweise 22 Millionen Liter Heizöl jährlich ein. Österreichweit hatte das Passivhaus 2008 einen Anteil am Neubau von rund 6 %. In Vorarlberg waren es schon 22 %, und in Wien werden 2009 ebenfalls bereits 24% aller Neubauwohnungen in Passivhausstandard errichtet.

 

In der Altbausanierung steht das Passivhaus zwar noch am Anfang, aber auch hier zeichnet sich mit bis dato 50 Objekten bereits eine rasante Entwicklung ab.

 

Die Faktor 10 Sanierung – also thermische Sanierungen mit mindestens 90 Prozent Heizkosteneinsparung – stellen gerade in der derzeitigen Wirtschaftskrise eine große Chance dar, Konjunkturbelebung und Klimaschutz in Einklang zu bringen.

 

Vergleich der Landes-Sanierungsförderungen zeigt starke Unterschiede

 

Mit Jahresbeginn haben sich gemäß der Art. 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Länder alle Bundesländer verpflichtet, der thermischen Altbausanierung mittels Anreizförderungen verstärkt zum Durchbruch zu verhelfen. Eine erste Analyse der Neugestaltungen der Sanierungsförderungen in den einzelnen Bundesländern zeigt jedoch sehr unterschiedliche Ergebnisse. Als Landesprimus gilt Wien, knapp gefolgt von Vorarlberg.

 

„Sowohl in Wien als auch im Ländle hat man ein sehr sinnvolles Stufensystem für die umfassende Sanierung entwickelt, bei dem die Höhe der Förderungen stark davon abhängig gemacht wird, wie qualitativ die Sanierung ausfällt“, erläutert Ing. Günter Lang, IG Passivhaus Österreich. So ergibt sich in Wien am Beispiel eines 130m² großen Einfamilienhauses ein effektiver Förderwert der Förderung von bis zu 33.000 Euro bei einer Topsanierung, wenn der Passivhaus-Standard von 10 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr erreicht wird. Dass entspricht dem 12-fachen Förderwert gegenüber der Mindestanforderung. „Ein absolut positiver Lenkungseffekt hin zu Gebäuden mit geringem Energiebedarf, der sich sehen lassen kann“, so Lang.

 

 

Nähere Informationen zur Studie unter www.igpassivhaus.at

 

Information & Beratung über geförderte (Passivhaus-)Sanierungen:

 

wohnfonds_wien,

Tel.: 403 59 19-0

Beratungszeiten: Mo-Do, 9:00-16:00 Uhr und Fr, 9:00-11:30 Uhr

Lenaugasse 10, 1082 Wien,

www.wohnfonds.wien.at 

 

 

Ing. Günter Lang

IG Passivhaus Österreich

Tel.: 0650/9002040

Bilder, Grafiken und die Studie auf www.igpassivhaus.at unter „Presse-Service“

 

 

Rückfragehinweis:

Christiane Daxböck

Mediensprecherin StR Ludwig

Tel: 01/4000-81869

 


 


 


 
 

 


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